Die Torfabrik

Aktualisiert (Dienstag, den 07. Juli 2009 um 16:09 Uhr)

Daniel Teixeira

Daniel „Texas“ Teixeira gehört zu den bekanntesten Eintracht-Spielern überhaupt. Seitdem er für den KFC Uerdingen, Union Berlin und den BTSV in 85 Spielen 73 Tore erzielen konnte, war er für jeden Abwehrspieler in der Regionalliga zum personifizierte Albtraum mutiert. Dank seiner Treffsicherheit stieg Eintracht schließlich auf, Daniel Teixeira verletzte sich allerdings schwer; der im letzten Spiel gegen Wattenscheid erlittene Kreuzbandriß setzte ihn für ein halbes Jahr außer Gefecht. Nachdem er vergangene Woche gegen Trier seine Zweitligapremiere feiern konnte, hoffen die Eintracht-Fans natürlich auf viele „Texas-Tore“ im Kampf um den Klassenerhalt. Eintracht Aktuell besuchte Daniel, seine Frau Soraia und seine Tochter Debora in ihrem Haus in Neubrück.


Daniel Loureiro Teixeira wurde am 20.April 1968 in Belo Horizonte geboren. Da es in Brasilien unüblich ist bereits mit fünf oder sechs Jahren einem Fussballclub beizutreten, kickte er zunächst nur in der Schule und war außerdem als Schwimmer aktiv:“Irgendwann war dann aber klar daß ich Fußball spielen möchte, deshalb habe ich mit dem Schwimmen aufgehört. Mein Schwimmtrainer war sowieso schon sauer auf mich, weil ich die ganzen Schwimmer andauernd mit zum Fußballtraining nahm“, schmunzelt der Brasilianer. Sein erster Club wurde schließlich Cruzeiro Belo Horizonte für den er ab seinem fünfzehnten Lebensjahr die Stiefel schnürte. Als er 1988 aus der Jugend in den Herrenberich kam begegneten ihm gleich große Namen:“Ich habe mit Eder und Luisinho die bei der WM 1982 für Brasilien antraten in einer Mannschaft gekickt. Auch mit Ronaldo habe ich einige Male zusammengespielt. Er war damals allerdings erst Sechzehn und wechselte kurze Zeit später zum PSV Eindhoven“. Auch Daniel träumte von klein auf davon in einem anderen Land zu spielen und andere Kulturen kennenzulernen, so traf es sich gut, daß Ende 1990 zwei japanische Vereinsfunktionäre im Trainigszentrum von Cruzeiro Belo Horizonte auftauchten um brasilianische Spieler für die japanische Liga zu verpflichten. So landete er schließlich beim Werksteam von Nippon Denso (Automobilzubehör) in Nagoya:“Damals war die J-League noch nicht gegründet, es gab nur Werksmannschaften.“ Das Einstellen auf die fremde japanische Kultur benötigte einige Anlaufzeit:“Da ich Profi war, mußte ich nicht wie meine Teamkollegen nebenbei noch arbeiten, sondern konnte mich jeden Vormittag mit dem Erlernen der japanischen Sprache beschäftigen, was eine große Herausforderung darstellte. Ich habe die Sprache in sechs Monaten gelernt, in Japan legen die Leute allerdings nicht soviel Wert darauf, daß man ihre Sprache beherrscht. Wenn man als Ausländer versucht, sich mit den Japanern in ihrer Sprache zu unterhalten, antworten sie meist sowieso in Englisch“ erklärt der Torjäger, und fügt hinzu.“ Ich kenne Fußballer die seit fünf Jahren in Japan leben und kein Wort Japanisch sprechen, weil jeder Club sowieso seinen eigenen Dolmetscher hat. Schwierig ist es nur, wenn man kein Englisch kann. Ein Freund von mir spricht neben Japanisch nur Portugiesisch und hat sich jedesmal darüber geärgert, daß ihm auf eine japanische Frage stets eine englische Antwort gegeben wurde.“

Da Fußball in Japan jedoch im Vergleich zu Sumo-Ringen oder Baseball nur eine untergeordnete Rolle spielte und deshalb für Daniel keinen sonderlich großen Karrieresprung bedeutete, kehrte er 1993 nach Brasilien zurück und trat wieder für seinen Heimatclub Cruzeiro Belo Horizonte an. Zwar wurde er dort 1993 brasilianischer Pokalsieger, wechselte jedoch wegen der sportlich besseren Perspektive in das Land seiner Vorfahren, nach Portugal:“Ich habe für Maritimo und Nacional Funchal gespielt. Da Funchal auf der Atlantikinsel Madeira liegt, mußten wir alle zwei Wochen eineinhalb Stunden zum portugiesischen Festland fliegen um dort unsere Punktspiele zu absolvieren. Der Rückflug war meistens abenteuerlich, weil es auf Madeira keine vernünftige Landebahn gab, mittlerweile haben sie dort allerdings eine gebaut“ erinnert sich der Brasilianer schmunzelnd. Nach einem Gastspiel bei Seixal Lissabon kehrte er 1999 erneut nach Brasilien zurück und heiratete seine langjährige Freundin Soraia:“Wir haben uns allerdings schon vor vierzehn Jahren an der Uni in Belo Horizonte kennengelernt“, weiß diese zu berichten. Nachdem sich in Brasilien keinerlei günstige sportliche Perspektiven ergaben, ergab sich für den Betriebswirtschaftsstudenten die Gelegenheit, ein Probetraining in Deutschland zu absolvieren:“ Zunächst trainierte ich bei Preußen Münster und Waldhof Mannheim, später beim KFC Uerdingen, wo ich nach zwei Tagen dann einen Vertrag unterschrieb,“ erinnert sich Daniel. Gleich im ersten Jahr markierte er 22 Treffer und auch die Regionalligaqualifikation gelang durch ein Teixeira-Tor am letzten Spieltag in der 85.Minute. Auch in der eingleisigen Regionalliga machte er sich binnen kürzester Zeit einen Namen: 16 Tore in der Hinrunde, allein beim Spiel TeBe Berlin gegen seinen KFC (1:7) markierte er fünf Treffer! Nur logisch, daß soviel Treffsicherheit auch das Interesse von anderen Clubs weckte:“ Der Uerdinger Präsident hat mir in der Winterpause mitgeteilt, daß für mich ein gutes Angebot von Union Berlin vorliegt. Er meinte, es wäre eine gute Idee dem Verein finanziell zu helfen, da wir weder Auf- noch Abstiegskandidat wären und eine Ausleihe dem Verein in finanzieller Hinsicht weiterhelfen könnte. So wechselte ich nach Berlin“ Bei Union blühte der Brasilianer zum Leidwesen aller Eintracht-Fans dann richtig auf, sicherte er den „Eisernen“ mit weiteren 18 Treffern in der Rückrunde den Aufstieg und den Einzug ins DFB-Pokalfinale.

Den Berlinern wäre eine Weiterverpflichtung 500.000 DM wert gewesen, doch der KFC Uerdingen winkte ab und verlangte das Doppelte. Nachdem sich zuvor diverse andere Clubs um den Torjäger bemüht hatten machte der BTSV das Rennen und konnte seinem Anhang am 27.Juli im Auftaktspiel gegen Bayer Leverkusen Amateure den wohl bekanntesten Regionalligaspieler Deutschlands präsentieren. Nach kurzer Anlaufzeit avancierte „Texas“ zum Publikumsliebling der Blau-Gelben und bombte den BTSV mit 19 Treffern geradewegs in Liga zwei, verletzte sich jedoch im letzten Spiel schwer:“Ich bin jedoch niemand der groß lamentiert. Verletzungen gehören im Fußball nunmal dazu. Zum Glück habe ich mich jedoch wieder herangekämpft,“ freut sich der Vater einer dreijährigen Tochter, der das Weihnachtsfest in Braunschweig verbringen wird, um sich mit zusätzlichen Trainingseinheiten auf die Rückrunde vorzubereiten, in der er noch einige Tore zum Klassenerhalt beisteuern möchte.“Wir haben in den letzten Spielen viel Pech gehabt, doch ich hoffe, daß ich durch meine Tore mithelfen kann, den Klassenerhalt zu sichern.“ Text : Elmar von Cramon

Papst:
Ich glaube, daß er viel für die katholische Kirche getan. Er ist zwar körperlich nicht mehr zu hundert Prozent gesund, dafür aber geistig

Ich spiele bei Eintracht weil...
...es für mich eine Ehre ist für diesen Verein und seine Fans zu spielen

Studium:
Ich habe das BWL-Studium 1988 begonnen und immer wieder unterbrochen. Wenn meine aktive Zeit zu Ende ist, werde ich versuchen wie meine Frau den Abschluß zu machen.

Kommentare
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."