Was geht, Ronald Worm?

Aktualisiert (Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 15:36 Uhr)

„Es war klar, dass ich als Zweitligaspieler, trotz aller Tore, nicht für die Nationalelf nominert werde.“

Noch heute führt Ronald „Ronnie“ Worm die vereinsinterne Torschützenliste für Erst- und Zweitligatreffer an. 92 Tore erzielte der Torjäger, der 1979 vom MSV Duisburg an die Hamburger Straße kam, in 246 Spielen für den BTSV und absolvierte außerdem 7 Länderspiele (5 Tore).

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Jahre 1987 beendete der Fußballlehrer seine Karriere und arbeitete als Co-Trainer von Uwe Reinders bei Hertha BSC Berlin und Sachsen Leipzig sowie als Chefcoach beim TSV Havelse. Eintracht aktuell sprach mit dem gebürtigen Duisburger über seine erfolgreiche Zeit in Blau-Gelb.

Was machen Sie heute beruflich?
Ich bin sozusagen Trainer in der Warteschleife. Vorher hatte ich mit Uwe Reinders zusammen bei Hertha BSC und Sachsen Leipzig gearbeitet und anschließend den TSV Havelse trainiert. Momentan warte ich auf ein neues Angebot entweder als Chef- oder Co-Trainer.

Wie kam Ihr Wechsel vom MSV Duisburg zum BTSV zu Stande?

Ich bin in Duisburg groß geworden und hatte es als Spieler aus der eigenen Jugend immer schwerer als Spieler, die teuer eingekauft wurden. Das hat sich natürlich auch im Gehaltsgefüge bemerkbar gemacht. Als ich meinen Vertrag 1979 verlängern wollte, waren die Duisburger trotz meiner vielen Tore nicht bereit, mir ein entsprechendes Angebot zu machen, weshalb ich mich anderweitig umschaute. Da Eintracht kurz zuvor Harald Nickel nach Mönchengladbach verkauft hatte wurde, noch ein Mann für den Sturm gesucht. Ich war zwar auch beim RSC Anderlecht im Gespräch, doch Hans-Otto Schröder, damals Schatzmeister, holte mich nach Braunschweig.

Was war Ihr schönster Moment im Eintracht-Braunschweig-Trikot?

In meiner ersten Saison in Braunschweig stiegen wir sofort ab, das war natürlich bitter. Dass uns der sofortige Wiederaufsteig 1980/81 gelang war wirklich toll.

Woran erinnern Sie sich dagegen nur ungern?

Da gab es einige Momente, da wir insgesamt drei Mal abgestiegen sind. Der schlimmste war natürlich der Abstieg in die dritte Liga 1987. Ich hätte damals gerne noch ein bis zwei Jahre im Eintracht-Trikot gespielt, doch leider bekam ich kein Angebot mehr, da man einen Neuanfang machen wollte.

Was haben Sie direkt im Anschluss an Ihre aktive Karriere gemacht?

Ich habe zunächst einen Zeitschriftenhandel in Bad Harzburg eröffnet und anschließend meine Fußball-Lehrer Lizenz erworben. Drei Tage später rief Uwe Reinders an und wir begannen 1993 bei Hertha BSC.

Sie haben in sieben Länderspielen fünf Tore erzielt. Woran lag es, dass Sie nicht öfter im Nationaltrikot zu sehen waren?

Ich war 1978 bei der WM dabei und habe danach unter dem damals neuen Bundestrainer Jupp Derwall noch ein Länderspiel absolviert. Nach meinem Wechsel zu Eintracht haben wir nicht gerade gut gespielt und sind auch noch abgestiegen. Es war klar, dass ich als Zweitligaspieler, trotz aller Tore, nicht für die Nationalelf nominiert werde. Nach unserem Aufstieg habe ich dann noch zwei B-Länderspiele gemacht ,wurde aber für die EM 1984 lediglich auf Abruf nominiert.

Was waren Ihre Stärken?
Auf jeden Fall meine Schnelligkeit und mein exzellenter linker Fuß. Für einen Stürmer hatte ich auch eine ganz passable Technik und einen guten Torriecher.

Haben Sie noch Kontakt zu Kollegen aus Ihrer aktiven Zeit?

Auf jeden Fall. Ich spiele in Veltenhof in der Alten Herren. Mittlerweile haben wir dort mit Wolfgang Grobe und Lars Ellmerich zwei ehemalige Kollegen von mir. Demnächst kommt auch noch Michael Scheike dazu. Ansonsten treffe ich Spieler wie Heiner Pahl oder Frank Plagge ab und zu bei Hallenturnieren.

Wie beurteilen Sie die momentane Situation bei Eintracht?

Es ist natürlich ein gewisser Punkteabstand da, den man erstmal aufholen muss. Für die Mannschaft wäre es sicher gut, mal eine kleine Serie zu starten, damit man den Anschluss wiederherstellen kann und im Kopf wieder frei wird und erkennt: Wir können noch gewinnen.

Von welchem Trainer haben Sie am meisten gelernt?

Aleks Ristic. Er war damals noch topfit, weil er immer selbst mittrainiert hat. Er konnte uns jede Übung im Training vormachen und hatte eine sehr gute Technik. Das hat ihm natürlich Anerkennung bei den Spielern eingebracht.

Welches Tor war das wichtigste in Ihrer Laufbahn?

Das 2:0 im Aufstiegsspiel gegen Kickers Offenbach 1980/81, weil es die Vorentscheidung für den Aufstieg bedeutete.

Elmar von Cramon

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