Was geht, Manfred Tripbacher?

Aktualisiert (Dienstag, den 30. Juni 2009 um 11:55 Uhr)

„Bei der Eintracht gab es Höhen und Tiefen – aber ich habe immer viel Spaß gehabt“

Als Manfred Tripbacher 1978 seinem Augsburger Trainer, Werner Olk, nach Braunschweig folgte, musste er sich erst an die raue Luft in der 1. Liga gewöhnen. Doch bereits in seiner zweiten Saison wurde er zum Stammspieler im Mittelfeld und brachte es in seinen insgesamt acht Jahren bei der Eintracht auf glorreiche 233 Meisterschaftsspiele. 1986 endete die offizielle Beziehung zwischen Tripbacher und der Eintracht, und der Mittelfeldregisseur kehrte nach Augsburg zurück, wo er inzwischen einen Getränkehandel führt. Doch der 48-jährige denkt gerne an seine schöne Zeit in Braunschweig zurück.


Wie haben Sie Ihre erste Saison bei der Eintracht erlebt als Sie 1978 vom FC Augsburg gekommen sind?
Ich war damals gerade erst Anfang 20 und bei der Eintracht spielten damals schon sehr viele erfahrene Spieler. Die Umstellung war für mich schon sehr schwierig von der 2. zur 1. Liga. Aber es war trotzdem eine sehr schöne Zeit damals. Nachdem ich mich an den Trainingsrhythmus und die Belastung gewöhnt hatte, bin ich dann Stammspieler geworden – Fußball spielen konnte ich ja.

Wie würden Sie Ihre Stärken und Schwächen als Spieler beschreiben?

Bei allem überragend! Nur Stärken und Schwächen konnte ich bei mir nicht feststellen. (lacht) Nein – ich war nicht unbedingt torgefährlich, sondern eher der Vorbereiter-Typ. Meine Qualitäten lagen also mehr in der Spielübersicht. Mein Vorbild als Spieler war natürlich Helmut Haller, das ist ja klar, als Augsburger. Mit ihm habe ich in späteren Jahren noch ab und zu mal zusammen spielen dürfen. Aber Helmut war so ein guter Fußballer, technisch und spielerisch so überragend, das kann man selber eigentlich gar nicht erreichen. Da kann man so viel nacheifern wie man will, man hat ja auch seine eigenen natürlichen Grenzen.

Wie haben Sie Ihre Zeit als Fußballspieler und speziell bei der Eintracht in Erinnerung?
Durch den Sport habe ich gelernt, dass man nicht immer nur Erfolg haben kann, dass es immer rauf und wieder runter geht. Auch bei der Eintracht gab es immer Höhen und Tiefen, wie das im Sport halt so üblich ist. Und das ist auch eigentlich nicht schlecht so, als Schule fürs Leben. Aber die Zeit bei der Eintracht war schon phantastisch, ich habe damals wirklich sehr viel Spaß gehabt. Das lag natürlich auch an den Zuschauern, die immer gekommen sind, egal in welcher Liga man gespielt hat. Das ist ja selbst heute noch so – die Zuschauerzahlen sind ja eigentlich wie damals in der ersten Liga. Für die Spieler ist es immer etwas ganz Besonderes gewesen, wie die Zuschauer hinter der Eintracht gestanden haben. Solch treue Fans sind sehr selten im Fußball.

„Irgendwann wird der Knoten platzen“


Wieso sind Sie damals mit erst 29 Jahren von der Eintracht weggegangen? Danach haben Sie ja zumindest als Profi nicht mehr gespielt...
Damals kam der große Sparkurs und es wurde ein großer Schnitt gemacht. Mein Abschied hat sich dann so ergeben. Ich habe mir dann gesagt „Na gut, dann kann ich auch wieder nach Hause gehen“. Danach habe ich nur noch in der Bayernliga gespielt, was heute die Regionalliga wäre. Aber jetzt kicke ich kaum noch. Ich habe die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und bin beruflich in der anonymen Masse untergetaucht.


Sie wurden mal vom damaligen Trainer vom VfL Osnabrück nach einem Spiel im Kabinengang niedergeschlagen. Was war da los?
Das Spiel gegen Osnabrück am 7. Dezember 1985 war sehr hitzig damals. Ende des Spiels habe ich einen Spieler von Osnabrück ein wenig unsanft von den Beinen geholt und dafür die Gelbe Karte gesehen. Rolf Günther, der Trainer vom VfL, hat sich dann darüber nach dem Spiel dermaßen aufgeregt, dass es zu einer Rangelei gekommen ist, bei der er mich niedergestreckt hat. Das ist vielleicht doch ein wenig zu kriegerisch für das was passiert ist, aber na ja... sagen wir mal, ich bin da ohne schwerere Verletzungen rausgekommen. Aber so etwas gehört auch zum Sport. Für mich war das nicht so wichtig, das habe ich ganz schnell wieder vergessen.

Sie sind jetzt wieder in Augsburg - schielen Sie trotzdem noch ein wenig nach Braunschweig? Wie beurteilen Sie die jetzige Situation der Eintracht?
Es interessiert mich natürlich immer noch wie es bei der Eintracht läuft, ganz klar. Dieses Jahr sieht es ja wirklich ganz gut aus – zum Ende wird es wahrscheinlich schon recht knapp werden, aber ich denke schon, dass die Eintracht den Aufstieg schaffen wird. Irgendwann platzt der Knoten mit Sicherheit. Es wird ja langsam auch mal Zeit, dass Braunschweig wieder in der Bundesliga spielt. Ich wünsche es den Blau-Gelben jedenfalls von Herzen.

Benjamin Foitzik

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